MPU Gutachten

geschrieben von Marian
Eine Medizinisch Psychologische Untersuchung, kurz MPU, hat die Zielstellung, die Fahrleistung auffällig gewordener Verkehrsteilnehmer zu prüfen. Sie dient der Führerscheinstelle als Entscheidungshilfe, ob ein Führerschein erteilt bzw. wiedererteilt werden kann.

Gründe für ein MPU Gutachten

Ursachen für ein notwendiges MPU Gutachten sind in den meisten Fällen eine MPU Anordnung wegen Trunkenheit am Steuer, eine Anordnung wegen Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz.

Sofern eine bestimmte Promillegrenze überschritten (1,6 Promille) beziehungsweise er mehrfach auffällig wurde oder der Behörde Informationen vorliegen, dass der Fahrer gegen das Betäubungsmittelgesetz verstößt ist ein MPU Gutachten erforderlich.

Auch bei einem Führerscheinentzug wegen zu vieler Punkte in Flensburg oder jemand mehrfach strafrechtlich in Erscheinung getreten ist, ist ein Nachweis der Fahrtauglichkeit eine mögliche Konsequenz.

Geprüft werden die körperliche Tauglichkeit des Antragstellers, seine geistige Eignung, wozu Reaktionsfähigkeit, Konzentrationsfähigkeit und Aufmerksamkeit zählen, sowie seine Persönlichkeit und sein individuellem Verhalten. Dazu muss der Antragsteller standardisierte Computertests (Reaktionstest) absolvieren, an einer körperlichen Untersuchung sowie einem psychologischen Gespräch teilnehmen.
In diesem geht es darum, ob der Antragsteller sein Fehlverhalten einsieht, ob er in den letzten Monaten ein stabiles Leben geführt und ob er Konsequenzen für die Zukunft gezogen hat. Insgesamt dauert eine MPU ungefähr drei Stunden.

Kosten für ein MPU Gutachten

Die MPU Kosten sind in der Gebührenordnung für Maßnahmen im Straßenverkehr (GebOSt) geregelt. Sie bemessen sich am Aufwand des Gutachtens. Allein wegen Verstoß gegen das Betäubingsmittelgesetz und Trunkenheitsfahrten  fallen über 300 Euro an. Insgesamt kann man von gut 500 Euro ausgehen.

MPU Gutachten können nur amtlich zugelassenen MPU Gutachtern erstellt werden (beispielsweise TÜV Nord oder TÜV Süd).  Man kann sie über die Bundesanstalt für Straßenwesen abrufen. Bei ihnen stellt man den MPU-Antrag.

Die Neuerteilung des Führerscheins allerdings beantragt man bei der zuständigen Führerscheinstelle des Landesamtes oder des Wohnsitzes. Um Verzögerungen bei der Bearbeitung zu vermeiden, informiert man sich vorher beim zuständigen Bearbeiter über alle beizubringenden Unterlagen, Lichtbilder, Ausweise, Nachweise usw..

In vielen Fällen ist es sinnvoll, sich vor der Prüfung einer MPU-Beratung zu unterziehen. Hier geht es vor allem darum, die Rückfallquote zu senken und eine 2. MPU zu vermeiden, weil man sich nicht ausreichend auf die medizinisch-psychologische Untersuchung vorbereitet hat. Dabei wird immer zwischen MPU Beratungsstellen und Begutachtungen getrennt, denn beide werden von unterschiedlichen Stellen vorgenommen.

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