Neue Beurteilungskriterien für Abstinenznachweise

Mit 1. Mai 2014 veröffentlichte die „Deutsche Gesellschaft für Verkehrspsychologie“ – kurz: DGVP – in Zusammenarbeit mit der „Deutschen Gesellschaft für Verkehrsmedizin“ – kurz: DGVM – die dritte Auflage der „Urteilsbildung in der Fahreignungsbegutachtung – Beurteilungskriterien“. Abstinenzverträge, die vor dem Inkrafttreten der dritten Auflage abgeschlossen wurden, können jedoch – nach der zweiten Auflage – beendet werden. Vor allem betreffen die Neuerungen die CTU-Kriterien. Das sind die chemisch toxikologischen Untersuchungen. Hier gibt es eine Änderung in Bezug auf die Haaranalyse und dessen Verwertbarkeit. Somit wurde die maximale Länge für Haaruntersuchungen von 12 cm auf nur 6 cm gekürzt. Für Ethylglucironid bleibt die Länge bei 3 cm aufrecht.

Neue Änderungen der dritten Auflage

Gebleichte Haare werden, laut der dritten Auflage, nicht mehr akzeptiert. Handelt es sich jedoch um normal gefärbte Haare (Haarfärbung bzw. Tönung), können diese sehr wohl zur Drogenanalyse verwertet werden. Jedoch nur, wenn eine Urinabgabe und eine nachträgliche ergänzende Haaranalyse von 6 cm nicht gefärbtem Haar durchgeführt wird. Körperhaare werden ebenfalls im Rahmen der Analyse verwendet, Achselhaare sind jedoch für den Nachweis von Ethylglucronid unzulässig.

Drogenscreening

Die Probenentnahmen bzw. die Durchführung eines Drogentests ordnet in erster Linie der

  • Rechtsmediziner bzw.
  • der Arzt der Fahreignungsbegutachtungsstelle bzw.
  • ein Arzt aus einem forensischen Labor oder auch
  • ein Arzt von einem Gesundheitsamt an.
  • Ebenfalls kann ein Arzt aus dem öffentlichen Dienst, bei bestehender Qualifikation, die Untersuchung und Probenentnahme durchführen.
  • Ebenfalls kann das Programm – laut § 11 Absatz 2 FeV – von einem Verkehrsmediziner bzw.
  • einem Arzt für Betriebsmedizin oder auch
  • ein Arzt für Arbeitsmedizin durchgeführt werden.
  • Auch ein Toxikologe kann eine Probenahme durchführen, sofern sich dieser durch spezifische Weiterbildungen dahingehend qualifiziert hat.

Weitere Änderungen bei den Abstinenznachweisen

Nach dem erstmaligen Kontakt mit dem qualifizierten Personal gibt es weitere Entnahmemöglichkeiten (Urin, Haarproben) bei Arzthelfern und eingewiesenes Personal. Das sind etwa MTA, BTA oder CTA. Für die Entnahme benötigen die Personen jedoch eine ausreichende Dokumentation ihrer Weiterbildungen sowie der Autorisation.

Nach dem Ende des Programms muss jede Stelle einen umfangreichen Abschlussbericht vorlegen. Laut der dritten Auflage sind im Abschlussbericht nun festgelegte Inhalte notwendig, damit der Abschlussbericht seine Richtigkeit hat. Das bedeutet, dass etwa diverse Rahmenbedingungen des Programms angeführt werden müssen. Auch Fehlzeiten sowie die Angaben der angewandten Methoden müssen eine Erwähnung finden.

Der Hintergedanke

Mit der Änderung der „Urteilsbildung in der Fahreignungsbegutachtung – Beurteilungskriterien“ erhoffen sich die „Deutsche Gesellschaft für Verkehrspsychologie“ und die „Deutschen Gesellschaft für Verkehrsmedizin“ weitere Fortschritte im Bereich der Drogenbekämpfung bzw. im Bereich der Abstinenzprogramme. Mit der dritten Auflage gehen beide Einrichtungen neue Wege und versuchen mit neuen Möglichkeiten die Sachlage besser in den Griff zu bekommen. Die dritte Auflage ist seit 1. Mai 2014 in Kraft; Verträge, welche vor dem 1. Mai 2014 abgeschlossen wurden, beruhen auf den Grundlagen der zweiten Auflage.

Hier gehts zum Abstinzennachweis wegen Alkohol am Steuer (Link)

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